Der oder die erste
Ansprechpartner*in, wenn Sie vermuten, an Rheuma zu leiden, ist Ihr Hausarzt bzw. Ihre Hausärztin. Diese*r wird Sie bei einem erhärteten Verdacht zur / zum Orthopäden*in oder
Rheumatologen*in
überweisen. Bildgebende Verfahren,
Blutwerte, die persönliche
Krankheitsgeschichte und weitere
Einflussfaktoren dienen als wertvolle Hinweise, die für eine
Gesamtbeurteilung zusammengetragen werden.
Wenn Sie an Symptomen wie Gelenkschmerzen, geschwollene Gelenke und Morgensteifigkeit leiden und diese nicht nur einmalig oder im Zusammenhang mit Verletzungen, ungewöhnlichen Bewegungen, hoher körperlicher Belastung oder sportlichen Betätigungen (in Folge von Muskelkater) auftreten, könnte diese ein ernst zu nehmendes Warnzeichen sein. Spätestens, wenn Sie unter den Beschwerden leiden und Sie sich dadurch in Ihrem Alltag eingeschränkt fühlen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.
Rheuma tritt überwiegend am Bewegungsapparat auf. Ein Irrtum ist jedoch, dass rheumatisch bedingte Schmerzen nur an den Gelenken und an den Knochen auftreten können. Häufig sind auch Muskeln, Bänder, Knorpel und Sehnen davon betroffen.
Überdies sind sogar Organbeteiligungen sowie Ausdehnungen auf Nerven, Gefäße oder das Rippenfell möglich. Um diese Ausmaße oder Komplikationen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zu vermeiden, ist eine frühzeitige ärztliche Behandlung besonders wichtig.
Bei einem Verdacht auf Rheuma wird Ihnen Ihr Arzt zunächst Blut abnehmen und Ihre Blutwerte bestimmen lassen. Eine erhöhte Blutsenkung und ein erhöhtes C-reaktives Protein (CRP) deuten auf eine Entzündung im Körper hin. Zusätzlich können IgM-Antikörper und der Rheumafaktor (Antikörper gegen das Immunglobulin G - IgG) den Verdacht auf Rheuma erhärten. Weitere Hinweise können die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die Blutplättchen (Thrombozyten), der Eisenspiegel und der Blutfarbstoff (Hämoglobin) geben. Achtung: Wenn kein Rheumafaktor in Ihrem Blut nachweisbar und Ihr CRP-Wert nicht erhöht ist, muss das NICHT automatisch bedeuten, dass bei Ihnen keine rheumatischen Beschwerden vorliegen. Diese Form von Rheuma wird auch als seronegative Rheumaerkrankung bezeichnet. Einige Grunderkrankungen (z. B. Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn) können auch Rheuma assoziieren, ohne etwaige "Beweise" im Blut zu hinterlassen. In solchen Fällen ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihrem Rheumatologen und Ihrem Facharzt, der Ihre Grunderkrankung behandelt, besonders entscheidend. Gegebenenfalls kann eine Ultraschalluntersuchung verdickte Gelenke darstellen. Andere bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder Röntgen können zusätzlich eingesetzt werden, um Langzeitschäden an Knochen oder Knorpeln festzustellen.
Die Gründe und Ursachen für Rheuma sind vielfältig und werden stetig weiter erforscht. Sicher scheint jedoch, dass autoimmune Prozesse für die Entstehung von Rheuma verantwortlich sind. Das eigene Immunsystem bekämpft das körpereigene Gewebe, sodass fehlgesteuerte Immunzellen aufgrund von bestimmten Botenstoffen (Interleukinen) in die Gelenke wandern und dort Entzündungen verursachen. Durch die Entzündungen entstehen Wunden, die Wunden vernarben, die Gelenkinnenhaut wuchert und Bänder, Knorpel und Gelenke erleiden bleibende Schädigungen.
Die Behandlung von Rheuma sollte immer ganzheitlich gesehen werden. Eine gute Kombination aus Ernährung, Bewegung und Medikamenten kann die Entzündungen lindern und die schmerzfreie Bewegungsfähigkeit steigern.
Medikamentös werden häufig entzündungshemmende Medikamente gegen akute Entzündungen und Immunsuppressiva gegen die Häufigkeit und die Schwere von Entzündungsschüben eingesetzt.
Bei der Ernährung können entzündungshemmende Lebensmittel unterstützen. Fleisch, Zucker und Weizenprodukte sind aufgrund der entzündungsfördernden Arachidonsäuren eher sparsam zu verzehren. Obst, Gemüse, gesunde Fette mit Omega-3-Fettsäuren sollten hingegen vermehrt auf dem Ernährungsplan stehen.
Für eine körperliche Aktivität kann Physiotherapie, Funktionstraining oder Rehasport verordnet werden. Viele Spaziergänge und muskelstärkende Übungen, die auch bequem in den Alltag einfließen können, helfen zusätzlich für eine gute Mobilität.
Für autoimmune Reaktionen und Autoimmunerkrankungen mit rheumatischer Assoziation sind oftmals genetische Veranlagungen verantwortlich. Daher kann die Entstehung von Rheuma nicht pauschal verhindert werden. Mit einer gesunden Ernährung, einem achtsamen Lebensstil, viel (guter) körperlicher Aktivität, dem Verzicht auf Nikotin und der Vermeidung von anderen Giften kann eine Erkrankung jedoch hinausgezögert oder abgeschwächt.
In jedem Fall kann ein gesteigertes, positives Bewusstsein für Ihren Körper zu einer besseren Gesundheit beitragen.
Wir freuen uns auf Sie - Ihre Denise Postler und das Team des Rehazentrum Roßstraße in Helmstedt!
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